Prämenstruelles Syndrom (PMS) – Wenn die Tage vor den Tagen zur Qual werden

Was ist PMS?

Frau mit Schmerzen © Ana Blazic Pavlovic - FotoliaPMS bedeutet prämenstruelles Syndrom. Verschiedene psychische und körperliche Beschwerden setzen jeden Monat mehrere Tage vor der Menstruation ein und bessern sich, sobald die Regelblutung einsetzt. Normalerweise beginnen die Beschwerden 4 bis 14 Tage vor der Menstruation. Oftmals äußert sich das prämenstruelle Syndrom nur mit leichten Beschwerden und übt keine nachhaltige Beeinflussung auf den Alltag aus.

Schwere Form des PMS = Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Die besonders schwere Form des prämenstruellen Syndroms, die sogenannte prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist als Erkrankung anerkannt. Das prämenstruelle Syndrom beeinträchtigt das Leben der Betroffenen. Sowohl PMS als auch PMD kann mit verschiedenen Methoden behandelt werden.

Weitere Informationen zu Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Häufigkeit von PMS

PMS-Beschwerden kommen relativ häufig vor, da etwa 75 Prozent der geschlechtsreifen Frauen betroffen sind. Die Symptome können stark variieren. Einige Frauen spüren nur ein leichtes Unwohlsein, während andere sehr stark unter PMS leiden. Sie fühlen sich im Alltag sehr stark beeinträchtigt. Besonders übergewichtige Frauen sind häufiger vom prämenstruellen Syndrom betroffen als Frauen mit Normalgewicht. Außerdem gibt es in der Altersgruppe über 30 Jahre sehr viele Frauen, die an PMS leiden.

Prämenstruelles Syndrom – Symptome

Kopfschmerzen © Adam Gregor - FotoliaVor Einsetzen der Regelblutung können bei PMS vielfältige Beschwerden eintreten, die sich auf körperlicher und psychischer Ebene äußern können. Sie treten unterschiedlich stark auf. Außerdem findet sich bei jeder Frau eine unterschiedliche Ausprägung der Symptome, die auch oftmals variieren. Häufige körperliche Beschwerden sind Hitzewallungen, Verstopfung und Wassereinlagerungen. Auch Kopf- und Bauchschmerzen machen vielen Frauen zu schaffen. Zusätzlich leiden einige Frauen an psychisch-emotionalen Störungen, die sich zum Beispiel als Ängste, Depressionen, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen äußern.

Körperlichen Beschwerden beim prämenstruellen Syndrom:

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Verstopfung
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Heißhunger
  • Hautunreinheiten
  • Akne

Psychische Beschwerden beim prämenstruellen Syndrom:

  • Aggression
  • Ängste
  • Depressionen
  • Heißhunger
  • Konzentrationsprobleme
  • Lethargie
  • Reizbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Überempfindlichkeit

Falls Frauen unter Epilepsie leiden oder zu häufiger Migräne neigen, besteht die Möglichkeit, dass während des prämenstruellen Syndroms die Anfälle häufiger vorkommen.

Weitere Informationen dazu unter ‚PMS – Ursachen & Symptome‘.

Prämenstruelles Syndrom behandeln

Je nach Stärke der Beschwerden kann PMS für viele Frauen eine Belastung darstellen. Während dieser Phase erleben einige Betroffene einen hohen Leidensdruck. Sie können ihrem Alltag kaum oder gar nicht nachgehen. Oftmals verstärken Mangel an Bewegung, falsche Ernährungsgewohnheiten und Stress die Beschwerden beim prämenstruellen Syndrom noch zusätzlich. Daher ist eine gezielte Behandlung empfehlenswert. Außerdem gibt es einige vorbeugende Maßnahmen gegen PMS.

Behandlung ist von auftretenden Symptomen abhängig
Da PMS unterschiedliche Ursachen haben kann, richtet sich auch die Behandlung danach. Oftmals werden keine konkreten Auslöser gefunden und die Therapie richtet sich nach den auftretenden Symptomen.

Da die Symptome von PMS ein umfangreiches Spektrum darstellen, werden unterschiedliche Medikamente verwendet.

Therapie mit Medikamenten

Folgende Medikamentengruppen eignen sich für die Behandlung von PMS:

  • Schmerzmittel (Analgetika)
  • Diuretika (zur Entwässerung; finden nur bei sehr schweren Ödemen Anwendung)
  • Ovulationshemmer wie die Pille, hormonelle Verhütungsmittel (lindern bei einigen Frauen die Beschwerden von PMS)
  • Gestagene
  • Psychopharmaka (bei besonders schweren psychischen Beschwerden)
  • GnRH-Analoga (erreichen eine reduzierte Ausschüttung der Sexualhormone LH und FSH)
  • Vitamin B (mit regelmäßiger Einnahme können Frauen die PMS-Beschwerden lindern und sogar verbeugen)
  • Mönchspfeffer als pflanzliches Präparat

Vor allem Frauen, die von Symptomen wie beispielsweise Krämpfen, Brustspannen und Heißhunger betroffen sind, können von der Einnahme der Pille profitieren. Oftmals bewirkt die Pille eine Verbesserung dieser Symptome. Der Nachteil besteht darin, dass sich bei circa einem Drittel der Frauen die psychischen Beschwerden verschlechtern.

Auslösender Faktor – Stress

Oftmals sind Frauen in der modernen Leistungsgesellschaft durch Stress im Alltag überfordert. Es besteht nicht genügend Zeit, sich zu entspannen und den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen.

Methoden zur Entspannung

Frauen, die von PMS betroffen sind, sollten sich jeden Tag Zeit für ausreichend Entspannung und Ruhepausen nehmen. Autogenes Training und progressive Muskelentspannung erzielen sehr gute Erfolge bei der Stressreduzierung. Auch regelmäßiges Yoga-Training ist eine Methode, um gezielt Stress abzubauen. Außerdem sind tägliche Spaziergänge empfehlenswert.

Ausgewogene Ernährung

Zusätzlich sollten Frauen auf eine gesunde Ernährung achten, die viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte beinhaltet. Während PMS können stimmungsaufhellende Lebensmittel wie Bananen oder Paranüsse hilfreich sein, um Stimmungsschwankungen zu mildern.

Bewegung

Ausreichend Bewegung ist ebenfalls sehr wichtig. Frauen sollten regelmäßig Sport betreiben. 30 bis 60 Minuten täglich sind ausreichend. Schweißtreibendes Training und Work-Outs sind nicht notwendig. Flotte Spaziergänge, sanfte Gymnastik-Übungen, Radfahren oder Schwimmen reichen vollkommen aus.