Prämenstruelles Syndrom (PMS) – Behandlung

Zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und Therapien zur Verfügung.

  1. Übersicht dieser Seite:
  2. » Medikamente
  3. » Phytotherapie
  4. » Homöopathie
  5. » Ernährung-/Mineralstofftherapie

PMS – Behandlung mit Medikamenten

Schmerzmittel bei PMS

Bei Schmerzen können Frauen ein leichtes Schmerzmittel beispielsweise mit Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen. Falls krampfartiger Schmerz besteht, sollten Mittel mit einer krampflösenden Substanz ausgewählt werden.

Schmerzmittel mit Ibuprofen
Ibuprofen hemmt die Produktion der Prostaglandine, die Menstruationsbeschwerden verursachen. Daher ist es sehr gut geeignet, um Regelschmerzen zu behandeln. Zusätzlich erreicht dieses Schmerzmittel, dass die Weiterleitung von Schmerzsignalen zum Gehirn unterbunden wird. Frauen, die unter Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Magendarm-Erkrankungen oder allergischen Erkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen leiden, sollten Ibuprofen nicht einnehmen.

Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS)
Auch Acetylsalicylsäure verhindert die Entwicklung der Prostaglandine. Da dieser Wirkstoff blutverdünnend wirkt, besteht die Möglichkeit, dass die Monatsblutung länger anhält. Außerdem darf dieses Medikament nicht bei Niereninsuffizienz, allergischen Erkrankungen, Magen-Darm-Geschwüren oder erhöhter Blutungsneigung angewendet werden.

Schmerzmittel mit Naproxen
Naproxen ist ein weiterer Prostaglandinsynthese-Hemmer. Dieser Arzneistoff hilft bei leichtem bis mittelstarkem Schmerz. Auch Naproxen kann blutverdünnend wirken und die Menstruationsdauer verlängern. Bei allergischen Erkrankungen, Nierenbeschwerden, Magen-Darm-Geschwüren und Neigung zu erhöhter Blutung sollte dieses Schmerzmittel nicht angewendet werden.

Schmerzmittel mit Paracetamol
Paracetamol besitzt die Fähigkeit, das Schmerzempfinden im Gehirn zu blockieren. Dieses Schmerzmittel ist auch für Frauen mit empfindlichem Magen geeignet. Paracetamol darf nicht in Kombination mit alkoholischen Getränken angewendet werden, da es die Leber belastet. Bei einer Leberfunktionsstörung sollte zudem auf die Einnahme verzichtet werden.

Psychopharmaka bei PMS

Bei schweren PMS-Syndromen kommen auch Psychopharmaka zum Einsatz. Vor allem SSRI-Präparate (Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer) finden Verwendung. Diese Arzneimittel dienen hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen. Sie erhöhen den Serotonin-Gehalt im Gehirn und lindern bei einigen Frauen ohne zusätzliche Nebeneffekte PMS-Symptome.

Hormone bei PMS

Frauen können Östrogene in Form von Gelen oder Pflastern verwenden, um die Eizellen-Bildung zu unterdrücken. Auch Östrogen-Tabletten sind wirksam gegen PMS-Beschwerden. Außerdem ist es erforderlich, auch Progesteron einzunehmen.

GnRH-Analoga
GnRH (engl. Gonadotropin releasing hormone) stellt ein Hormon dar. Es reguliert die Freisetzung der sogenannten Gonadotropine. Diese Sexualhormone lösen bei Frauen den Eisprung sowie das Wachstum und die Reifung der Eizellen aus.

GnRH-Analoga sollen bei besonders starken PMS-Beschwerden hilfreich sein. Diese Mittel greifen in den weiblichen Hormonhaushalt ein und reduzieren die Hormon-Produktion in den Eierstöcken. Oftmals treten bei der Einnahme Beschwerden wie in den Wechseljahren auf. Häufige Folgen sind vor allem:

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Depressive Verstimmungen

Daher sollten GnRH-Analoga höchstens sechs Monate eingenommen werden.

Dauert die Behandlung mit GnRH-Analoga mehrere Monate, nehmen viele Frauen auch gleichzeitig niedrig dosierte Östrogen-Präparate ein. So werden die Hormone, deren Produktion sich durch die Einnahme der GnRH-Analoga verringert, ersetzt. Durch diese sogenannte Add-back-Therapie möchte man Beschwerden durch Hormonmangel vorbeugen.

Diuretika bei PMS

Bei Spannungsgefühlen in den Brüsten und Wassereinlagerungen setzen manche Frauen entwässernde Medikamente ein, um seelisches und körperliches Wohlbefinden zu erreichen. Jedoch können Diuretika unerwünschte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit haben. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass ein Gewöhnungseffekt eintritt. Sobald man sie absetzt, lagert sich im Körper mehr Wasser ein. Daher ist eine vorsichtige Anwendung empfehlenswert. Außerdem sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Zusätzlich ist es wichtig, die genaue Dosierung einzuhalten. Ansonsten verliert der Körper zu viel Flüssigkeit.

heilpflanze brennnessel © Rita Thielen - pixelioAlternative Brennesseltee
Brennesseltee ist eine Alternative zu verschiedenen pharmazeutischen Diuretika und wirkt als natürliches Entwässerungsmittel. Dieser Tee beinhaltet viele Mineralien wie Kalzium, Eisen und Magnesium. Oftmals besteht bei PMS ein Mangel an diesen Mineralstoffen. Brennesseltee ist daher beim prämenstruellen Syndrom doppelt hilfreich. Dieser kann gegen Wassereinlagerungen helfen und gleichzeitig einen Mineralstoffmangel ausgleichen.

PMS – Behandlung mit Phytotherapie

Ausgleich des Hormonhaushaltes mit Mönchspfeffer

Pflanzliche Arzneimittel mit Mönchspfeffer (Keuschlamm, Vitex Agnus castus) erreichen einen Ausgleich des Hormonhaushaltes. Viele Frauen berichten von der positiven Wirkung bei PMS, Spannungsgefühlen in der Brust und auch Zyklusunregelmäßigkeiten.

Traubensilberkerze Cimicifuga© emer - Fotolia

Östrogenartige Wirkung durch Traubensilberkerze

Der Extrakt der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) verfügt über eine östrogenartige Wirkung. Dieses Kräuterheilmittel kann bei PMS, schmerzhafter Menstruation und Wechseljahrsbeschwerden helfen.

Frauenmantel (Alchemilla) für ausgeglichenen Hormonhaushalt

Frauenmantel wirkt ausgleichend auf den Hormonhaushalt bei Frauen. Bei akuten Beschwerden kann Frauenmanteltee Krämpfe lösen. Es ist empfehlenswert, diesen Tee prophylaktisch mehrere Wochen lang zu trinken.

Johanniskraut und Teetasse - © Teamarbeit - FotoliaJohanniskraut bei depressiven Verstimmungen

Johanniskraut wird eine ausgleichende und entspannende Wirkung zugesprochen. Besonders bei depressiven Verstimmungen ist Johanniskraut hilfreich.

Kräuter gegen Wassereinlagerungen

Falls Frauen unter Wassereinlagerungen leiden, sind Teezubereitungen mit Birkenblättern, Schachtelhalmkraut, Hauhechelwurzel, Brennesselblättern und Orthosiphonblättern hilfreich.

Aromatherapie zur Entspannung

Ätherische Öle können wesentlich zur Entspannung bei PMS beitragen. Aromatherapie-Öle wie Gardenien und Jasmin können bei Angststörungen hilfreich sein. Sie wirken direkt auf das ölfaktorische Zentrum im Gehirn. Man sollte 10 Tropfen Lavendelöl, 10 Tropfen Jasminöl und 10 Tropfen Gardenienöl in eine Duftlampe geben. Außerdem wirkt diese Aromatherapie oftmals als vorzügliche Einschlafhilfe. Bei Kopfschmerzen hat sich Pfefferminzöl bewährt.

PMS – Behandlung mit Homöopathie

Homöopathische Heilmittel helfen einigen Frauen bei PMS:

  • Hundsmilch (Lac caninum) in der Potenz D12 ist vor allem bei Brustspannen hilfreich.
  • Alpenveilchen (Cyclamen ) in der Potenz D6 kann bei migräneartigen Kopfschmerzen Linderung schaffen.
  • Traubensilberkerze (Cimifuga) in der Potenz D12 ist bei Niedergeschlagenheit die richtige Wahl.

Bachblüten

Bachblüten - © Schlierner - Fotolia

Frauen können bei Heilpraktikern eine Therapie mit Bachblüten machen, die sich vor allem positiv auf das seelische Gleichgewicht auswirkt. Gemeinsam mit dem Heilpraktiker ermittelt die betroffene Frau, welche Blüten am besten helfen. Die Auswahl der geeigneten Bachblüten erfolgt immer individuell. Ein mobiler Nothelfer gegen Panikattacken, Ängstlichkeit und Anspannung ist das Bachblüten Rescue Remedy, das auch in der Apotheke erhältlich ist. Mithilfe dieses Heilmittels können die ängstlichen Begleiterscheinungen bei PMS gelindert werden. Das Rescue Remedy beinhaltet die Bachblüten Impatiens, Clematis, Cherry Plum, Rock Rose sowie Star of Bethlehem.

PMS – Behandlung mit Hausmitteln

Wärme hilft bei prämenstruellem Syndrom
Vor der Menstruation leiden viele Frauen unter schmerzhaften Unterleibskrämpfen. Diese Krämpfe können bis in den Rückenbereich abstrahlen. Dort verursachen sie oftmals zusätzliche Rückenschmerzen. Durch Wärme und krampflösende Kräuter können diese Beschwerden gelindert werden.

Tee und Kräuter als Krampflöser

Eine krampflösende Tee-Mischung enthält Heilpflanzen wie Frauenmantel, Eisenkraut und Gänsefingerkraut. Gleichzeitig wirkt Ingwer wärmend und durchblutungsfördernd. Zusätzlich können betroffene Frauen eine Wärmeflasche auf den schmerzenden Unterleib legen, um Krämpfe zu lindern.

Ernährungs- und Mineralstofftherapie

Vitamin B6 für seelisches Gleichgewicht

Vitamin B6 ist wirkungsvoll gegen die Symptome von PMS, da es einen wesentlichen Beitrag zur Synthese der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin leistet. Diese Neurotransmitter sind unter anderem für das seelische Gleichgewicht sehr wichtig. Mithilfe geeigneter Vitamin B6-Präparate besteht die Möglichkeit, das PMS-Risiko um circa ein Viertel zu senken.

Vitamin E und Borago Officinalis-Öl

Durch die Einnahme von Borago Officinalis-Öl und Vitamin E kann man Beschwerden von PMS bis zu zwei Drittel verringern. Aufgrund der speziellen Fettsäuren des Öls in Kombination mit Vitamin E entwickelt der Körper eine erhöhte Resistenz gegenüber Prolaktin-Schwankungen.

Kalzium gegen erhöhte PMS-Anfälligkeit

Frauen, die einen zu geringen Kalzium-Spiegel aufweisen, haben eine erhöhte Anfälligkeit für PMS. Mit zusätzlichen Kalzium-Präparaten kann eine Linderung der Symptome erreicht werden. Eine längere, regelmäßige Einnahme kann zu ihrem völligen Ausbleiben führen.

Magnesium gegen anschwellende PMS-Symptome

Höchstwahrscheinlich hängt auch Magnesium mit Auftreten und Intensivität von PMS zusammen. Magnesiumpräparate wirken sich positiv auf die Stimmung aus. Außerdem lässt das Anschwellen von Brüsten, Füßen und Händen nach.

Auf Kohlenhydrate verzichten

Viele Frauen, die von PMS betroffen sind, verspüren während dieser Zeit eine große Lust auf Süßigkeiten. Kohlenhydrate können die Stimmung verbessern und regen die Serotonin-Ausschüttung im Gehirn an. Daher besteht die Möglichkeit, dass Frauen unbewusst mehr Zucker zu sich nehmen, um sich besser zu fühlen.

Jedoch bilden sich im Körper durch eine vermehrte Kohlehydrate-Aufnahme noch mehr Wasseransammlungen. Es kann eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) entstehen. Durch das Ausschwemmen von Magnesium können sich die Symptome von PMS verschlechtern.

Weitere Tipps zur Ernährung bei PMS

Frauen, die unter PMS leiden, sollten den Alkohol- und Kaffeekonsum zwei Wochen vor dem Einsetzen der Menstruation reduzieren. Durch wenig Fett und Salz wird erreicht, dass sich die Bildung von Ödemen vermindert. Frauen sollten vermehrt Nährstoffe aufnehmen, die das hormonelle Ungleichgewicht ausgleichen.

Zusammenfassende Ernährungsempfehlungen bei PMS
Frauen müssen das prämenstruelle Syndrom nicht hinnehmen. Präparate mit natürlichen Wirkstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen sind bei PMS sehr hilfreich. Zu diesem Zweck eignen sich vor allem Nahrungsergänzungsmittel mit:

  • Vitamin B1 und B6
  • Vitamin D und E
  • Mineralstoffe Kalzium und Magnesium
  • Borago Officinalis-Öl

Diese Wirkstoffe verbessern die Hormonschwankungen. Bei regelmäßiger Einnahme verringern sich die PMS-Beschwerden auf ein erträgliches Maß oder verschwinden auch vollständig.

Stand 04.09.2013