PMS-Typen

Das prämenstruelle Syndrom äußert sich bei betroffenen Frauen hinsichtlich der Schwere sowie der auftretenden Symptome unterschiedlich. Aus diesem Grund lassen sich anhand der Symptome verschiedene PMS-Typen unterscheiden.

  1. Übersicht dieser Seite:
  2. » PMS-Typ A – Die Ängstliche
  3. » PMS-Typ C – Die Heißhungrige
  4. » PMS-Typ D – Die Empfindsame
  5. » PMS-Typ H – Die Aufgeschwemmte
  6. » PMS-Typ P – Die Schmerzgeplagte

PMS-Typ A – Die Ängstliche

Kopfschmerzen_Stress_Frau © tobkatrina - istockphotoDer PMS-Typ A leitet sich vom englischen Wort ‚anxiety‘ ab und bedeutet Angst, Unruhe, Reizbarkeit oder Sorge.

Symptome

Die Hauptsymptome beim PMS-Typ A sind Angstgefühle, manchmal Panikattacken und extreme Reizbarkeit. Auch depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen und Vergesslichkeit machen Frauen des PMS-Typs A zu schaffen.

Ursachen

Die Ursachen für diese Beschwerden liegen an einem zu hohen Östrogenspiegel nach dem Eisprung. Dieser Östrogenüberschuss ist gepaart mit einem Progesteronmangel. Normalerweise sollte die Produktion von Progesteron vor der Menstruation ansteigen und vor den Symptomen des PMS-Typs A schützen. Zu wenig Schlaf und Stress reduzieren die Ausschüttung.

Therapie

Vor allem Extrakte aus Mönchspfeffer-Samen sind oftmals behilflich, das gestörte Gleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen wiederherzustellen. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Creme mit natürlichem Progesteron anzuwenden. Jedoch sollte vor der Anwendung der behandelnde Frauenarzt konsultiert werden.

Ernährung

Lebensmittel wie Artischocke oder Rote Rüben regen den Gallenfluss an. Durch diese Nahrungsprodukte werden Leber und Galle bei ihrer Arbeit unterstützt und einer Östrogendominanz kann vorgebeugt werden. Auch Vitamin B6, das in Hülsenfrüchten und Avocados enthalten ist, leistet in diesem Zusammenhang wertvolle Dienste. Außerdem sollten probiotische Milchprodukte auf dem Ernährungsplan stehen. Melissen- und Kamillentee beinhalten natürliche Beruhigungsstoffe und sorgen für seelische sowie körperliche Ausgeglichenheit.

Aromatherapie

Lavendelöl wirkt beruhigend und hilft dabei, Stress zu reduzieren. Jasmin- und Gardenien-Öl wirken gegen Angstgefühle.

PMS-Typ C – Die Heißhungrige

Heißhunger - © detailblick - FotoliaDer PMS-Typ C leitet sich vom englischen Wort ‚craving‘ ab und bedeutet Gier oder Verlangen.

Symptome

Die Hauptsymptome bei PMS-Typ C sind vor allem Appetitzunahme und Heißhungerattacken. Außerdem leiden einige Frauen zusätzlich unter Herzjagen, Schwindel und Kopfschmerzen.

Ursachen

Eine verstärkte Insulinwirkung während der zweiten Zyklushälfte kann die Beschwerden bei PMS-Typ C bewirken. Außerdem sind vor allem Frauen betroffen, die zu Unterzuckerung neigen.

Therapie

Vitamin-Präparate mit Vitamin B3 stabilisieren den Blutzucker. Zusätzlich sollten die Vitamine B12 und B1 eingenommen werden, da sie die Verbrennung der Kohlehydrate und den Stoffwechsel unterstützen.

Ernährung

Um Heißhungerattacken entgegenzuwirken, sollten Frauen circa alle drei bis vier Stunden eine Kleinigkeit essen. Es ist empfehlenswert, ausreichend Zink und Magnesium in den Ernährungsplan zu integrieren. Diese Nährstoffe sind in grünem Gemüse, Vollkorngetreide, Fisch, Meeresfrüchten oder Käsesorten wie Emmentaler oder Camembert enthalten. Damit man länger satt bleibt, sind komplexe Kohlehydrate wie beispielsweise Wildreis und proteinreiche Speisen mit Hülsenfrüchten oder Eiern eine ausgezeichnete Wahl. Fertigprodukte, Zucker und Alkohol sollte vermieden werden.

Aromatherapie

Duftöle von Apfel, Mango oder Banane können dabei helfen, den Appetit zu bremsen. Auch Zitrusdüfte wie Orange, Limone oder Zitrone sind empfehlenswert. Aufgrund ihrer anregenden Wirkung helfen sie gegen Müdigkeit. Gleichzeitig steigern sie die Ausschüttung von Serotonin.

PMS-Typ D – Die Empfindsame

Frau_traurig_depressiv © STEFANOLUNARDI - istockphotoDer PMS-Typ D leitet sich vom englischen Wort ‚depression‘ ab und bedeutet Depression.

Symptome

Das Hauptsymptom bei PMS-Typ D ist depressive Verstimmung. Zusätzlich plagen viele Frauen über Verwirrtheit, Schlaflosigkeit und Vergesslichkeit. Auch ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zählen zu den Symptomen von PMS-Typ D.

Ursachen

Zu viel Progesteron sowie ein reduzierter Dopamin- und Serotoninspiegel bewirken die depressiven Verstimmungen.

Therapie

Das homöopathische Heilmittel Traubensilberkerze in der Potenz D12 hilft bei Niedergeschlagenheit und gegen die psychischen Beschwerden, die durch den Östrogenmangel entstehen. Auch Kalziumpräparate haben sich bei Ängsten, Depressionen und Verstimmungen bewährt. Es ist empfehlenswert, Kalzium-Präparate mit Vitamin D einzunehmen.

Ernährung

Frauen mit PMS-Typ D sollten Nahrungsmittel, die Phytoöstrogene beinhalten, konsumieren. Lebensmittel wie Lein- und Flachssamen, Haferflocken, Sojabohnen oder Spargel sind ein wichtiger Bestandteil des Diätplans bei PMS-Typ D. Außerdem sind Spirulina- und Kelp-Algen sowie Bananen hilfreich, da sie die Serotonin-Produktion ankurbeln.

Sportliche Aktivität

Regelmäßiger Sport ist eine ausgezeichnete Methode, um die Stimmung aufzuhellen und das Gleichgewicht im Hormonhaushalt herzustellen. Besonders Ausdauertraining wie Schwimmen oder Radfahren sind ideal.

PMS-Typ H – Die Aufgeschwemmte

Bauch_Frau © studiovespa - istockphotoDer PMS-Typ H leitet sich vom englischen Wort ‚hyperhydration‘ ab und bedeutet Wasserüberschuss.

Symptome

Die Hauptsymptome bei PMS-Typ H zeigen sich als Wassereinlagerungen, Ödeme, Brustspannen und Gewichtszunahme.

Ursachen

In der zweiten Zyklushälfte entsteht eine vermehrte Produktion von Progesteron. Gleichzeitig sinkt die Östrogenausschüttung. Als Folge entsteht eine größere Wassereinlagerung im Gewebe.

Therapie

Die homöopathischen Arzneimittel Kalium jodatum (Kaliumjodid), Helleborus niger (Christrose), Convallaria (Maiglöckchen) und Apocynum (Hundsgift) in den Potenzen D6 und D12 sind hilfreich bei Wassereinlagerungen. Auch Brennesseltee hat sich bei diesen Beschwerden bewährt.

Ernährung

Frauen mit PMS-Typ H sollten täglich mindestens zwei Liter trinken. Stilles Wasser mit hohem Kalziumgehalt, aber auch Fruchtsäfte und grüner Tee sind empfehlenswert. Kaffee, Alkohol und zu viel Salz sind zu vermeiden. Anstelle von Salz kann auch Meersalz verwendet werden. Lebensmittel wie Reis, Spargel, Sellerie und Wacholder helfen gegen Wassereinlagerungen. Die tägliche Einnahme von 200 mg Magnesium ist ebenfalls hilfreich.

PMS-Typ P – Die Schmerzgeplagte

Bauchschmerzen © lensonfocus - FotoliaDer PMS-Typ P leitet sich vom englischen Wort ‚pain‘ ab und bedeutet Schmerz.

Symptome

Bei PMS-Typ P sind die Hauptsymptome sehr starke Schmerzen im unteren Rückenbereich, im Unterleib und im Kopf. Meist leiden Frauen dieses PMS-Typs auch an Schmerzen während der Regel.

Ursachen

Starke Schmerzen, die vor und während der Menstruation auftreten, entstehen durch eine höhere Konzentration an Prostaglandinen. Sie bewirken, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Auf diese Weise wird die Schleimhaut abgestoßen. Anschließend erfolgt ein neuer Aufbau. Ungesunde Ernährungsweise und Stress bewirken eine Störung der Hormon-Balance sowie Nährstoffmangel. Als Folgeerscheinung zeigen sich Schmerzen und Entzündungen.

Therapie

Bei migräneartigen Kopfschmerzen hilft das homöopathische Arzneimittel Cyclamen (Alpenveilchen) in der Potenz D6. Lac caninum (Hundsmilch) in der Potenz D12 kann Brustspannen lindern. Bei schmerzhaften Unterleibskrämpfen hat sich die Einnahme eines Vitamin-E Präparats bewährt. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Pille bis zu einem halben Jahr ohne Pause oder ein Gelbkörperhormon einzunehmen.

Ernährung

Pflanzliche Samenöle und Omega-3-Fettsäuren können PMS- und Menstruationsbeschwerden positiv beeinflussen. Höchstwahrscheinlich reduzieren sie die Konzentration an Prostaglandinen. Zu Nahrungsmitteln mit Omega-3-Fettsäuren gehören beispielsweise Makrele oder Lachs. Außerdem sind Präparate mit Nachtkerzenöl hilfreich.

Weitere Maßnahmen

Durch die Anregung der Durchblutung kann Schmerzen vor und während der Menstruation vorgebeugt werden. Empfehlenswerte Methoden sind die Wärmeflasche, Eisbeutel oder ein Entspannungsbad mit Lavendel- oder Neroliöl. Außerdem können orientalischer Bauchtanz, Beckenbodenübungen und Sport helfen. Auch Selbstbefriedigung und Geschlechtsverkehr haben eine entspannende und entkrampfende Wirkung. Auch mit Meditations- und Atemübungen kann man Krämpfen entgegenwirken.

Stand 04.09.2013