Prämenstruelles Syndrom (PMS) – Ursachen & Symptome

 

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Ursachen von PMS

Menstruationsbeschwerden, erikreis - istockphotoTrotz jahrzehntelanger Forschungen können die genauen Ursachen von PMS bis heute nicht genau bestimmt werden. Unabhängig vom Kulturkreis und sozioökonomischen Status leiden Frauen auf der ganzen Welt unter dem prämenstruellen Syndrom. Sogar bei identischer hormoneller Situation ist oftmals eine Frau betroffen, während die andere keine Beschwerden hat.

Ursachen sind nervlich, psychisch und hormonell bedingt
Da die Symptome sehr vielfältig sind, schließt man eine alleinige Ursache für PMS aus. Diese gesundheitliche Störung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Daher beschreibt man PMS häufig als psychoendokrine Dysfunktion. Das bedeutet, dass die Ursachen dieser Fehlfunktion im Nervensystem, in der Psyche und in einer hormonellen Steuerung liegen. Höchstwahrscheinlich beeinflussen zyklische Veränderungen der Geschlechtshormone die Aktivität und Produktion anderer Hormone und Nervenbotenstoffe.

Nervenbotenstoff Serotonin 

Vor allem der Nervenbotenstoff Serotonin ist betroffen. Durch die hormonelle Veränderung des Menstruationszyklus schwankt seine Konzentration. Sobald der Eisprung stattgefunden hat, verringert sich der Serotonin-Gehalt. Kurz vor dem Beginn der Menstruation sinkt er extrem ab.

Störung des hormonellen Gleichgewichts

Progesteron
Man nimmt an, dass die Neigung zum PMS durch das Gestagen (Gelbkörperhormon) Progesteron steigt. In der zweiten Zyklushälfte steigt der Progesteron-Spiegel. Gleichzeitig sinkt die Ausschüttung von Östrogen. Falls eine Frau entsprechend veranlagt ist oder unter besonderer Belastung steht, können typische seelische und körperliche Beschwerden des PMS auftreten.

Prolaktin
Außerdem erfolgt während der zweiten Zyklushälfte ein natürlicher Anstieg von Prolaktin. Dieses Hormon bildet sich in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). So entsteht ein Anschwellen der Brustdrüsen, die sogenannte Mastodynie. Oftmals verursacht diese Schmerzen.

Weitere Ursachen für PMS

Auch verminderte Melatonin-Spiegel und ein veränderter Schilddrüsenwert können bei PMS eine Rolle spielen. Bewegung und Ernährungsgewohnheiten sind auch Faktoren, die für die Entstehung von PMS verantwortlich sein können. Zu viel Koffein, Nikotin, Alkohol und Zucker begünstigen das prämenstruelle Syndrom.

Symptome von PMS

Rückenschmerzen © Lars Zahner - FotoliaDas prämenstruelle Syndrom kann verschiedene Symptome hervorrufen, die von Frau zu Frau variieren. Hierzu zählen mögliche auftretende körperliche Symptome, jedoch sind auch die psychischen Beschwerden nicht zu vernachlässigen.

Körperliche Symptome

Zu häufigen körperlichen Symptomen bei PMS zählen:

  • Akne
  • Aufgeblähter Bauch
  • Bauchkrämpfe
  • Brustspannen
  • Blähungen
  • Druckgefühl im Unterbauch
  • Erschöpfbarkeit
  • Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung
  • Hitzewallungen
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Migräne
  • Müdigkeit
  • Nächtliches Schwitzen
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen der Muskeln und Gelenke
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • unreine Haut
  • Unterleibsschmerzen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Völlegefühl
  • Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme)

Ödembildung
Außerdem lagert sich bei manchen Frauen Wasser im Gewebe an, die sogenannte Ödembildung. Durch diese Wasseransammlung entsteht eine Gewichtszunahme. Manchmal ist dieses zyklische Ödem deutlich im Gesicht sichtbar. Im Bereich der Augenlider, aber auch an Beinen, Füßen und Händen tritt es besonders in Erscheinung. Betroffene Frauen fühlen sich meistens wie aufgedunsen.

Brustschmerzen

Zusätzlich leiden die Frauen unter schmerzhaften Spannungen der Brüste, die gegenüber Berührungen, vor allem im Brustwarzen-Bereich empfindlich sind.

Psychische Symptome

PMS zeigt sich im seelischen Bereich durch:

  • Aggressivität
  • Angstzustände
  • depressive Verstimmung
  • Essanfälle
  • gedrückte Stimmung
  • grundlose Weinanfälle
  • Heißhunger
  • Konzentrationsstörungen
  • Nächtliches Essen
  • Reizbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Sozialer Rückzug
  • Stimmungsschwankungen
  • Streitigkeiten innerhalb der Familie
  • vermindertes Selbstwertgefühl

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Bauchkrämpfe © Lighthaunter- istockphotoWährend einige Frauen nur unter ein oder zwei Symptomen leiden, plagen andere dutzende Beschwerden. Bei circa sechs Prozent der Frauen entsteht eine sehr große Belastung, die sich auf Tagesablauf, Beruf und Familienleben auswirkt. Diese besonders schwere Form von PMS bezeichnet man als prämenstruelle Dysphorie (PMD) oder prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS).

Symptome bei PMDS

Vier Prozent aller Frauen mit PDMS haben sehr starke Beschwerden, die das Alltagsleben der Betroffenen extrem beeinträchtigen. Leiden Frauen unter ausgeprägtem PMDS, stellen sich mehrere der oben erwähnten Symptome eine Woche oder 14 Tage vor der Menstruation ein. Sobald die Regelblutung einsetzt, verschwinden die Symptome wieder.

Psychotherapeutische Hilfe oder Psychiater

Falls extreme seelische Probleme der Auslöser für PMDS sind, kann es manchmal sinnvoll sein, die Hilfe eines Psychotherapeuten oder Psychiaters in Anspruch zu nehmen. Besonders bei starken Depressionen oder Angstzuständen, die eine Frau alleine nicht bewältigen kann, erweisen sich psychotherapeutische Sitzungen als effektive Maßnahme.

Diagnose von PMDS

Um eine Diagnose für PMDS zu stellen, ist es wichtig, die gynäkologische Vorgeschichte zu erfassen. Außerdem ist eine sorgfältige körperliche Untersuchung wichtig. Trotzdem ist es sehr schwer, mithilfe einer Diagnose den Nachweis für PMDS zu erbringen. Auf jeden Fall besteht die Notwendigkeit, andere psychische Erkrankungen wie beispielsweise Angsterkrankungen oder Depressionen auszuschließen. Anschließend kann man PMDS diagnostizieren. Die Betroffene sollte ein Stimmungstagebuch führen. Es ist empfehlenswert, die tägliche psychische Verfassung abhängig vom Menstruationszyklus zu beschreiben. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, den Beginn der Symptome, ihre Schwere und Dauer festzustellen.

Behandlung des PMDS

Für die Behandlung von PMDs spielen einige Faktoren eine wichtige Rolle. Zuerst muss man das Alter, den Gesundheitszustand und die medizinische Vorgeschichte einer Frau beachten. Außerdem ist es erforderlich, das Ausmaß der Beschwerden und die Art der Symptome zu berücksichtigen. Bei der weiteren Behandlung sollte auch abgeklärt werden, welche Medikamente oder Therapien eine betroffene Frau tolerieren kann.

Verschiedene Möglichkeiten für die Behandlung

  • Stressreduzierung
  • Änderung der Essgewohnheiten
  • Vitaminpräparate mit hohem Vitamin B – Gehalt
  • sportliche Betätigung
  • anti-entzündliche Substanzen
  • hormonelle Therapien
  • selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Manche Frauen leiden bis zu den Wechseljahren unter PMDS-Symptomen. Daher ist eine langjährige Behandlung notwendig. Die ärztlichen Konsultationen sollten regelmäßig erfolgen. So kann man eine Veränderung des Zustandes sofort feststellen und gegebenenfalls auch die Behandlungsmethoden anpassen.

Stand 04.09.2013